Sylt – wo wohnen die Promis und Reichen

Promi-Insel Sylt – wo sind die besten Adressen?

Seit fast 100 Jahren übt die bekannteste Nordfriesische Insel einen unwiderstehlichen Reiz auf die Reichen und Schönen aus. Neben ihren landschaftlichen Vorzügen und der auf jeden Bedarf zugeschnittenen Infrastruktur besitzt die Promi-Insel Sylt auch eine große Anziehungskraft auf „normale“ Feriengäste, Kurzurlauber und Tagestouristen. Du möchtest vielleicht selbst gern einmal nach Sylt reisen, im Hauptort Westerland in einem Straßencafé sitzen oder beim Shopping den einen oder anderen Promi erspähen oder sogar ein Selfie mit einem bekannten TV-Star machen.

Zuerst kamen die Künstler nach Sylt

Seinen Ruf als Promi-Insel verdankt Sylt den 1920er-Jahren, als berühmte Schriftsteller, Maler und Schauspieler das Bauern- und Fischerdorf Kampen nördlich von Westerland als Refugium entdeckten. Thomas Mann, Stefan Zweig, Hermann Hesse, Emil Nolde und Marlene Dietrich sorgten für eine erhebliche Promi-Dichte in dem kleinen Ort, der zu einer bekannten Künstlerkolonie für Intellektuelle und Kreative in der Zeit der Weimarer Republik wurde.

Das legendäre „süße Leben“ auf Sylt nahm mit dem Promi und dem als „Playboy“ durch die Gazetten geisternden Unternehmenserben Gunter Sachs seinen Anfang. Auf einmal war Sylt Schauplatz rauschender Partys, die viele Neureiche auf die Insel lockten. Die „Buhne 16“ bei Kampen entwickelte sich rasend schnell zum berühmtesten FKK-Strand der Bundesrepublik, gleichermaßen beliebt bei Nudisten, Zuschauern und Paparazzi auf Promi-Jagd. Textilfrei Volleyball zu spielen, galt damals als Hit am Strand von Kampen, das zum Nobelort mit hoher Promi-Dichte avancierte und dessen Highlife mit dem im südfranzösischen Saint-Tropez verglichen wurde. Persönlichkeiten wie der Verleger Axel Springer, die Schauspieler Heinz Rühmann und Curd Jürgens oder Persiens Ex-Kaiserin Sorayah erhöhten den Prominenten-Faktor vor Ort. Der Jetset traf sich an der Nordsee, Sylt hieß in diesen Kreisen nur noch „die Insel“.

Bis heute prägen die weißen, im friesischen Stil erbauten Villen und komfortablen Sommerhäuser in der Nordheide und die auf anspruchsvolle Residenten und deren Gäste ausgerichtete Gastronomie den Ort. Für viele Besucher der Insel ist hier der Platz für Remmidemmi zu finden, dem Sylt bundesweit und über die Grenzen Deutschlands hinaus seinen Ruf als Insel der Promis und Reichen verdankt. Kampen als Enklave unbeschwerter Sommerfrische für Leute mit Geld bringt es auf nicht einmal 500 Einwohner, doch in der Hochsaison wirkt das Dorf dicht bevölkert. Nicht jeder hier ist Millonär oder Promi – die Mischung aus Luxuskarossen und Normalbürger-Pkw auf dem Parkplatz von „Buhne 16“ spricht eine deutliche Sprache. Deine Chance, wirklich prominente Zeitgenossen zu treffen, dürfte in Kampen aber immer noch am größten sein.

Heiß begehrt: Urlaub in Promi-Nähe

Die wachsende Popularität Sylts und die enorme Nachfrage nach Urlaubsquartieren führten dazu, dass zahlreiche Residenten dazu übergingen, ihre Domizile in der Hauptsaison an Feriengäste zu vermieten. Mancher Promi hat sich auch in einen anderen Ort auf Sylt zurückgezogen, beispielsweise ins grüne Dorf Keitum, das südwestlich von Westerland am Wattenmeer liegt. Wer hier nach exklusiver Abgeschiedenheit sucht, könnte jedoch enttäuscht werden: Denn auch Keitum ist längst ein Sehnsuchtsort für Touristen, die im Urlaub oder auf Tagesausflügen die Nähe von prominenten Personen und Stars suchen. Es ist ja bekannt, dass sich nach wie vor TV-Moderatoren, der Trainer der Fußballnationalmannschaft sowie Promis aus Kultur und Politik auf Sylt erholen.

Knapp 1,5 Stunden von Kampen entfernt liegt Morsum auf dem östlichen Zipfel Sylts inmitten der Heidelandschaft und unweit des Hindenburgdammes, der die Insel mit dem Festland verbindet. Hier werden noch altes Brauchtum und die friesische Sprache gepflegt. Deshalb gilt Morsum heute als der wohl exklusivste Ort auf Sylt. Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer, das Morsum-Kliff und nicht zuletzt der elitäre Golfclub ziehen auch den einen oder anderen Promi an.

Garantiert nicht promi-frei ist ebenfalls das Seebad List im äußersten Inselnorden. Zur nördlichsten Gemeinde Deutschlands unweit der „Ellenbogen“-Halbinsel gehört der 40 km lange „Sylter Strand“, ein beliebter Surfspot. Im Fährhafen pulsiert das Leben zudem dank gastronomischer Einrichtungen und einem Austernzucht-Unternehmen, die von betuchten Promis besucht werden.

In Hörnum am anderen Ende der Insel „versteckt“ sich vermutlich ebenfalls gelegentlich ein Promi. Der Jahrhunderte alte, einst winzige Seefahrerort wurde 1950 Nordseebad, ist aber nicht so angesagt bei Wohlstandsbürgern und der Prominenz wie Westerland, Wenningstedt, Keitum oder Kampen. Hier an der Südspitze der Insel haben mittlerweile zahlreiche einheimische Familien Land erworben, denen der Trubel und die Preise in ihren Heimatorten über den Kopf wuchsen.